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LCHT   LICHT   LICHT

 

                SICHT   SICHT   SICHT

 

                             EINSICHT   EINSICHT 

 

 

Ursprünglich wollte ich an dieser Stelle meine Gedanken niederschreiben, die ich mir gemacht hatte zu der Skulptur die ich „Einsicht“ genannt habe.

Es sollte ein Abschiedsgeschenk für meine Therapeutin werden, die mich während meines Aufenthalts hier in Fürstenwald begleitet hatte und mir auf dem Weg zu „meiner Einsicht“ so manchen Denkanstoß gegeben hat.        Danke!

 

Doch es sollte anders kommen.

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Die folgenden zwei Geschichten gab mir eine Bekannte aus unserem Freundeskreis.

 

 

 

Abschied von Paul

 

Leicht war er nicht, dieser Abschied eher sauschwer, im Grunde genommen

eine Entscheidung auf Leben und Tod.

 

Zumal ich ihm nicht wirklich aus dem Wege gehen kann. Schreiben kann ich jetzt erst über meine Zeit mit ihm, jetzt da ich schon eine Weile ohne ihn lebe und ich mich wieder besser fühle.

 

Unsere ersten Begegnungen hatten die beglückende Leichtigkeit des Zufälligen, eher Beiläufigen. Er war der elegante Partylöwe, der verständnisvolle Zuhörer, der Freund, der Dich lächelnd umarmt, der Kumpel, der alles mitmacht. Die Schwere des Lebens schien für kurze Zeit von meinen Schultern genommen und Duft der Freiheit , eine leichte Briese, streifte hell mein Gemüt. Lachen war plötzlich leicht und alles schien möglich. Die Feste auf denen wir uns begegneten verloren ihre öde Zwanghaftigkeit.

 

 

 

Ich wollte diese Geschichte nicht schreiben, aber sie wollte geschrieben werden.

Paul stahl sich in die Nischen zwischen meinen Gedanken, lauerte in den Atemzügen zwischen meinen Sätzen und streute seine Worte in meine Träume.

 

Paul wollte eine Gegendarstellung. Ich winkte genervt ab. Ich fand, ich hatte ihm genug Zeit, Raum und Worte gegeben, zuviel, vielleicht schon. Ich befürchte, dass die Geschichte denen, für die ich „Abschied von Paul“ geschrieben habe nicht gefallen wird. Aber Paul hat sich mit meinem Über-ich verbündet, das sich nun mal Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben hat,

und so schreibe ich also:

 

Ich war Paul

 

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Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht steht folgende Bitte:
 
 
JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GEBEN SIE ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.

 

 

TOD EINER UNSCHULDIGEN
 
Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten.
Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast. Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg.

 

 

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